Der erste DC zu DC – Adapter ist endlich erhältlich

DC-DC-Adapter von CHAdeMO auf Tesla

DC-DC-Adapter von CHAdeMO auf Tesla. Für 450 € ein edel verpacktes Schnäppchen.

Seit Monaten rauft sich der Elektromobilist die Haare, weil ein offensichtlicher Streit über die Normierung der schnellen Gleichstromladung für Elektroautos ausgebrochen ist. Die Hersteller aus Fernost nutzen den Chademo-Stecker für die Schnelladung ihrer E-Autos, z.B. beim Nissan Leaf oder beim Mitsubishi I-MIEV. Dieser Standard war sozusagen als erster am Markt und ist in Japan flächendeckend gebaut worden.

Erkennbar die dicken Gleichstrompole des DC-DC-Adapters.

Erkennbar die dicken Gleichstrompole des DC-DC-Adapters.

Unverständlicherweise wurde als konkurrierendes System durch die europäischen Hersteller das Combined Charging System CCS als Standard für die DC-Ladung ausgewählt. Als dritte Lösung wurde von Tesla Motors die DC-Schnelladung via modifizierten Mennekes-Stecker (Supercharger) definiert. Hier hat Tesla Motors eine Sonderstellung, weil sie als einziger E-Auto-Hersteller für ihre eigenen Autos eine flächendeckende, kostenfreie Infrastruktur aufbaut, deren Leistung für andere E-Autos deutlich zu groß ist (135kW).

Zu allen Überfluss wurden bei aktuellen, steuersubventionierten Infrastrukturprojekten explizit konkurrierende DC-Standards ausgeschlossen, z.B. beim SLAM-Projekt der Chademo-Stecker. Es wurden unnötige Hürden für eine flächendeckende Infrastruktur für die Schnelladung für Elektroautos auf Fernreisen aufgebaut.
Warum also nicht einfach Adapter für die unterschiedlichen DC-Ladesäulen bauen um dieses Problem für jedes E-Auto zu lösen. Es hört sich einfach an, doch im Gegensatz zur simplen Wechselstromladung lassen sich solche DC-Adapter nicht ohne großen Entwicklungsaufwand von kleinen Bastelbuden zusammen löten. Die komplexen Protokolle zum Aushandeln der Schnellladung brauchen eher einen Programmierer als einen Elektriker. Bei vielen E-Auto-Treffen hörte ich zu dem Thema viele Lippenbekenntnisse, die zu keinem Ergebnis führten.
Seit ein paar Wochen ist endlich der erste Schritt für einen praxistauglichen DC-DC-Adapter geschafft, wenn auch bisher nur als  Chademo-auf-Superchager-Variante. Die Gerüchte im US-Tesla-Forum berichten von einem erheblichen Entwicklungsaufwand für dieses simpel anmutende Bauteil, dadurch kam es zu einer Auslieferungsverzögerung von über einem Jahr.
Carstens TESLA zieht hier an einer CHAdeMO-Säule Strom mit einer Leistung von 40 kW.

Carstens TESLA zieht hier an einer CHAdeMO-Säule Strom mit einer Leistung von bis zu 44 kW.

Ich konnte meinen Adapter in den letzten Tagen ausführlich testen, und er funktioniert bisher ohne Probleme. Zwischen 30 und 44 kW konnte ich aus den bekannten kostenfreien Chademo-Kästen der RWE im Ruhrgebiet ziehen. Übrigens kostet der Adapter 450 Euro inklusive Mehrwertsteuer, das klingt nach viel. Bei dem mit Elektronik und Sicherheitstechnik vollgestopften Handgriff und dem Entwicklungsaufwand ist das Teil aber eher ein Schnäppchen.
Nun hört man Gerüchte, dass Mennekes sich ebenfalls der DC-DC-Adapter-Problematik angenommen hat: Die Varianten CCS-auf-Chademo oder Chademo-auf-CCS würden als Adapter ihre Käufer finden.
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2 Kommentare zu Der erste DC zu DC – Adapter ist endlich erhältlich

  1. Dina sagt:

    Es währe auch gut wenn man ein adapter mit Tip 2 und Chademo machen könnte.
    Dann könnt Nissan in luxemburg mit 22kw. Aufladen.daß wehre super.
    Wir haben mehr 22kw. Ladeseule, als die 50kw ladeseile.

  2. Mario sagt:

    Ich weiß, man solle Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber einerseits glaube ich eher an ein Revier markieren bei der Diskussion um Steckerchen und Kompatibilität – schließlich hat DE noch nie in seiner Geschichte nicht sein eigenes Süppchen um welchen Preis auch immer gekocht. Das sind Machtspielchen um den Markt von übermorgen. Das dies die Welle der Beseitigung der Verbrenner langsam macht, findet die Industrie und der Fiskus nicht schlimm. Schließlich verkaufen sich Verbrenner doch mit ihrem Mehraufwand an Wartung und Reparatur doch noch wie geschnitten Brot und alles bleibt wie es ist. „Mineralölsteuer vor Ökokosten“. Und mit den vielen übrig bleibenden Arbeitskräften in den Tankstellen, der Automobilzulieferindustrie, den Kfz-Werkstätten (ja Bremsenwechsel aktuell bei geschätzten 80.000 km – bei Verbrennern die Klötze vor (fast) jedem TÜV und die Scheiben vor jedem 2, und Ölwechsel jährlich…) und der Steuerverwaltung ja, mit Den mehreren 100.000 weiß auch noch Keiner so recht wohin.
    Von daher bauen wir lieber am BER weiter herum und lassen E-Auto mal langsam ganz langsam angehen.
    Die E-Säulenbetreiber andererseits wollen auch nur gefördert werden. Denn Äpfel mit Birnen hängen an den Zapfsäulen der Verbrenner auch 4 Schläuche und es ist dennoch Selbstbedienung. Bei Ladesäulen geht das nicht? Ich meine, die Säule an sich handelt mit jedem Auto die Ladekapazität aus, also transformiert sie flexibel. Die Steckerchen passen in die Döschen, oder eben nicht. Falsch zapfen ist gegenüber Benzin statt Diesel also unmöglich. Da kommt es nicht mehr darauf an, ob nun 5 verschiedene Modelle mit einem Döschen feilschen, oder eines von 50 Modellen an eben einem Döschen von vier oder fünf.
    Bemerkenswert ist auch, dass immer nur zwei Autos max. laden können. An einem PP mit gegenüber parkenden Autos und Nachbarn habenden Autos ginge dies aus einer Ladestation auch mit 4 Autos.
    Aber, wir wollen es ja langsam angehen. Wir sind ja schließlich DE. Und wenn es um diverse Autofirmenvorstände geht, sogar verwirrender Weise Marktführer mit 9% Anteil 2016 weltweit incl. Eigenzulassungen. Wenn man in Brüssel schaut, wie viel Aufwand (somit Geldaufwand) betrieben wird, um die neuen Abgasmessmethoden weiterhin mit mindestens sechs der aktuell bekannten Bescheissermethoden der Industrie aus zu statten, weiß man doch, dass es noch Jahre wichtiger sein soll, weiterhin Verbrenner zu produzieren.
    Diese Milchmädchenrechnung ging nun drei Jahre auf, bis die Asiaten halt die EU doch ein wenig mehr als Markt ansehen, jedoch wissen, das doch der deutsche Autokäufer etwas länger braucht, richtig Neues gut zu finden.
    Da kommt ja nun der größere Vorreiter den dt. Autobauern in die Quere und liefert den Ionic mit CCS Stecker aus. Also wie kann er nur. Wie beukotieren wir aus und in DE nun diesen Ruhestörer und Winterdauerschlaf-Kaputtmacher nun wieder?
    Wir brauchen wieder einen Macher als Kanzler/in und keine Schlafstubenverwalterin ala Merkel. Was soll denn Schlimmeres als Agenda 2010 schon noch kommen? Die Zukunft ist ja nun eh weg. Schlimmer geht immer als nach 2030 Rente auf Hartz4 Niveau zu bekommen? Ja, kann man, weiter Verbrenner kaufen, die in drei Jahren immer noch wunderschön umworben, nicht abbezahlt aber preislich total verfallen sind. Denn die E-Autos aus Asien und USA (ja es steht noch Opel Ampera e dran) werden diesen Markt übernehmen und nicht wie Partner auf den weg geredeten Lückenschluss warten. GM hat sicher noch ein paar alte Markennamen in der Schublade, die man wie einst Chevrolet auf Deewoo klebte. Wer war Deewoo? Das war ein Asiate, der mit den alten Opel (GM) Kadett und Asconapressen billig weiter unter Eigenregie und Eigennamen diese überholten Modelle mit Geld der GM Bank auf den Markt drücken wollte. Die Rechnung ging nicht auf und GM schluckte und griff in seine Markenschublade.
    Wäre doch toll, wenn Herr Ferdinand Piech noch mit erleben dürfte, wie aus VW noch Oldsmobile wird.
    Alles bleibt besser.

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