Leserbrief von Dietrich Koch zum Tag der E-Mobilität in Ibbenbüren: Deutsche Autoindustrie bremst das Elektroauto

Deutsche Autoindustrie bremst das Elektro-Auto  – Bürger an preiswertem und umweltschonendem E-Autofahren sehr interessiert – Tag der E-Mobilität in Ibbenbüren

 Typisch: ausgerechnet die reichsten deutschen Autokonzerne VW, Daimler und BMW fordern staatliche Maßnahmen zur Entwicklung der Elektro-Mobilität, nachdem sie selbst von Frau Merkel seit Jahren dafür Gelder (also unsere Steuern) in mehrstelliger Millionenhöhe bereits erhalten haben. Dennoch gibt es von den großen Auto-Konzernen kein käufliches preiswertes Elektro-Auto. Audi hatte vor 2 Jahren den Eltron mit einem großartigen Prospekt für Anfang 2012 versprochen. Dieses Fahrzeug kam gar nicht erst, aber wurde kürzlich auf der Hannovermesse demonstriert als unverkäufliches „Forschungsprojekt“: eine schallende Ohrfeige für alle Autofahrer und Steuerzahler! Rund um uns werden gute E-Autos gebaut in Frankreich, Italien, Skandinavien, Japan, Indien und China, in Deutschland gibt es den Opel Ampera, aber erst ab 45.000,-€ als Einzelanfertigung. Während des gestrigen Tages der E-Mobilität in der Alten Feuerwache Ibbenbüren konnte man mit dem Ampera probefahren. Viele Besucher nahmen diese seltene Gelegenheit wahr und waren einstimmig voll des Lobes über das ruhige Fahrverhalten bei enormen Beschleunigungen und der beträchtlichen Reichweite von mehr als 600 km mit einer Stromladung und geringem Benzinverbrauch für das zusätzliche Stromaggregat. Damit kostete kürzlich eine Fahrt nach Berlin von Ibbenbüren aus ca. 20 € und dort angekommen reichte der Strom noch für 98 km. Auch die anderen vorgeführten PKW fanden großes Interesse und gelegentlich auch Kaufabsichten.  Peugeot iOn, Hotzenblitz, City-El, Tazzari, Renault Twizy zeigten sich von ihrer besten Seite.

Fedor im Hotzi

Fedor Krämer in seinem Hotzenblitz

Durch den Lichtbildervortrag im Seminarraum der Alten Feuerwache von Fedor Krämer erfuhren alle Zuhörer nicht nur Informationen von der Hannover-Messe, sondern detailliert Daten der Wirtschaftlichkeit des Elektrofahrens. Wer nicht schon durch das E-Fahrrad vorinformiert war, kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus:  100 km kosten Strom für ca. 2,-€, kein Ölwechsel, 10 Jahre keine KFZ-Steuer. Wer den Strom vom Dach beziehen kann, fährt noch preisgünstiger und zugleich umweltschonender. Der Elektro-Motor verbraucht grundsätzlich nur ein Drittel der Energie eines Verbrennungsmotors. Aufgrund seines hohen Drehmoments, das bereits beim Start voll zur Verfügung steht, kann er so hervorragend beschleunigen.

Darin muss die Hauptursache für die Verweigerung der deutschen Autokonzerne gesehen werden:  diese sind bekanntlich Aktiengesellschaften (VW AG, Daimler AG usw.), deren Aktionäre sind auch die arabischen Öl-Multis, die mitbestimmen, dass wir möglichst bis zuletzt deren Öl und Sprit zu deren Bedingungen kaufen müssen.

Der Tag der E-Mobilität in Ibbenbüren soll im Herbst wiederholt werden.

Dietrich Koch

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