Bericht von der 17. Solarchallenge Münsterland

Der blue cruiser von der Hochschule Bochum war erstmalig dabei. Gefahren wurde er von Matthias Drossels Team von Studenten der Hochschule Bochum.

Lüdinghausen. Vor 19 Jahren, am 28. Mai 2004, startete am Bauhaus der Burg erstmalig die Solarchallenge Münsterland. Inzwischen hat sie sich als Rallye des EL-Teams Münsterland, ehemals Sunny-Cani-Team, mit dem Standort am Gymnasium Canisianum etabliert. Neu in diesem Jahr war der Start vom Gartencafé des Hotels Wienburg in Münster, wo ab 14 Uhr die Fahrer aus NRW einliefen und sich erst einmal mit Kaffee und Kuchen stärkten. Denn dort in Münster-Nord begann um 16 Uhr als erster Höhepunkt die Führung durch die AlexProWerkstatt, wo das Fraunhofer-Institut in die Forschungsfertigung von Batteriezellen für Elektroautos eingestiegen ist.

Das Gebäude des AlexProWerks von außen.
Die Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) hat ihre Forschungsaktivitäten in Münster begonnen. Die Mitarbeitenden der Fraunhofer-Gesellschaft sowie des MEET Batterieforschungszentrums der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster haben im FFB Workspace eine Misch- und Beschichtungsanlage zur Erprobung der Elektrodenfertigung in Betrieb genommen.

Hier an der Anton-Bruchausen-Straße wird zunächst nur Anoden-Material hergestellt. Hauchdünne Kupferfolien werden mit einer Schicht aus Graphit und Leitruß beschichtet, wo sich dann später die Lithium-Ionen einlagern, wenn die Elektronen als Strom für die Elektroautos durch die Kabel fließen. Dr. Thomas Paulsen und Betriebsleiter Löhr beantworteten kompetent die Fragen der langgedienten Elektroautoenthusiasten, die seit Jahrzehnten die Verbesserung der Antriebsbatterien verfolgen.

Einer der ganz wenigwen Oldtimer der Rallye 2023 ist die alte „Mia“, der ganze Stolz von Lukas Nacke (links).

Danach ging es zum Basislager der Rallye nach Lüdinghausen, wo sich insgesamt 35 angemeldetete Teilnehmer zum traditionellen Pizzaessen trafen.

Das Frühstücksbuffet von Heike ist unschlagbar gut!

Nach hervorragendem Frühstück am Cani machten sich die Fahrer am Samstag auf den Weg nach Henrichenburg zum alten Schiffshebewerk, wo die ersten Aufgaben zu lösen waren. Auch der Spielplatz dort war für die jüngeren Teilnehmer ein Magnet.

So sehen die Sieger der Rallye aus, sie hatten als einzige ein Selfie auf der Kaiserterrasse abgeliefert.

Anschließend fuhren die etwa 20 Elektroautos nach Haltern zum E-Parktower am Bahnhof. Elektroautos können hier per Paternoster auf kleiner Fläche parken und dabei gleich geladen werden. Einer der Geschäftssführer der Anbieterfirma, Markus Mika, ermöglichte an dem Demonstrationsturm sogar einen Probelauf im Elektroautopaternoster.

Stefans neuer MG5 durfte einfahren und eine Runde im Paternoster drehen. Markus Mika konnte begeistern.

Dritter Anlaufpunkt der Rallye war die Doppelschleuse bei Flaesheim, wo reger Schleusenbetrieb mit großem Interesse beobachtet werden konnte.

Diesel und Kohle für das Kraftwerk in Lünen wurde am Samstag geschleust. 4000 Tonnen brachte ien langer Schuber, den Bedarf des Kraftwerks für einen Tag.

Ein besonderer Spaß war die Aufgabe, an der handbetriebenen Fähre über die Lippe einen lustigen Kurzfilm zu drehen.

Horst und Andreas beim Einsatz ihrer Muskelkraft zur Bewegung der Lippe-Fähre.

Der beste Film dort gab schließlich auch den Ausschlag für die Auswahl des Gewinner-Teams der Rallye. Gegen Abend traf man sich zur Grillparty auf dem neu gestalteten Schulhof am Cani, der mit seinen zahlreichen Bänken bei den dort parkenden Elektroautos Gelegenheit bot, sich die neuesten Entwicklungen auf dem Elektroautomarkt zu zeigen.

Fachsimpel an den Autos ist immer das Wichtigste bei unseren Rallyes.

Das Autohaus Rüschkamp hatte einen hoch aktuellen Fiat 500e beigesteuert. Zum ersten Mal dabei war ein Elektro-SUV, der mit einem Wohnanhänger vorfuhr.

Fiat 500e, nagelneu, vom Autohaus Rüschkamp.

Das älteste Auto jedoch, ein von der Hochschule Bochum entwickelter Elektro-Sportwagen, war der größte Hingucker für die Passanten, die die Autos bestaunen konnten. Der krönende Abschluss war am Sonntag die Besichtigung des im Bau befindlichen Sportlerheims in Capelle, das gerade im 3D-Betondruckverfahren entsteht. Architekt Lothar Steinhoff begeisterte die technisch besonders interessierte Gruppe mit seinen spannenden Ausführungen zu dem innovativen Verfahren. An der Optimierung der Spritztechnik arbeiten sowohl die Wissenschaftler im Fraunhofer Institut für die Forschungsfertigung der Batteriezellen als auch die Forscher im Bereich des Betondruckverfahrens.

Ein Vereinsheim aus dem 3-D-Betondrucker soll der SC Capelle bekommen. Die neuartige Bautechnik demonstrierten das Architekturbüro Steinhoff und das Fachunternehmen Peri aus Weißendorn an Ort und Stelle. Foto: Gaby Brüggemann
An den acht Türmen sind die Schienen aufgehängt, über die der Drucker geführt wird.

So lernten die wissbegierigen Rallyeteilnehmer gleich an zwei ganz unterschiedlichen Stellen, was ein Extruder (Spritzpresse) ist und leistet. Abschluss der Tour war schließlich das gemeinsame Natureis-Essen in Nordkirchen. www.isor-portal.org

Und hier noch die Auflösung der Fragen, wie ich sie mir vorstellte. Es gibt aber einen breiten Toleranzbereich. Spaß an der Freude war das eigentliche Ziel.

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1 Antwort zu Bericht von der 17. Solarchallenge Münsterland

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